Rollei df-s 290 – Praxistest

Der für Negative und Dias geeignete Einstiegsscanner von Rollei ist besonders kompakt und simpel zu bedienen. Mit nur ca. 140€ Anschaffungskosten gehört er zur unteren Preisklasse. Was dieses Gerät zu bieten hat, lest ihr in unserem Test.

Rollei DF-S 100

 

Spezifikationen

K1600_P1030978Dieser Dia- und Negativscanner ist mit einem 7,62 cm Farb-LCD Display ausgestattet. Der Scanner scannt mit einer Auflösung von 2400 bis zu 3600 dpi Scan-Qualität. Er verfügt über einen 9 Megapixel Sensor und ein F2 Objektiv sowie über einen internen Speicher von 24 MB.

Sehr nützlich ist auch die HDMI-/USB 2.0-Schnittstelle, die Stand-alone erst ermöglicht. Der Rollei-Scanner lichtet die eingespeisten Medien mit einer eingebauten Mini-Repro-Kamera ab und der SD-/SDHC-/MMC-Kartensteckplatz sorgt für die Möglichkeit der Speicherung auf Karte.

Größe

Nur 458 g wiegt der Rollei DF-S 290 HD und dieses knappe Pfund hat es in sich. Das Gerät hat die Maße 10 x 9 x 16,8 cm und er ist damit ein sehr kleines, handliches Gerät, das vor allen Dingen demjenigen Kunden zugutekommt, der ca. bis zu 1000 Dias besitzt. Denn mit diesem Scanner lassen sich viele Diafilme, zwar manuell, in relativ kurzer Zeit digitalisieren. Auch lässt sich der Scanner aufgrund seiner geringen Größe an jedem beliebigen Ort aufbewahren, ohne Platz wegzunehmen.

Unterstützte Formate

Der Rollei DF-S 290 HD Dia und Negativscanner ist für das Scannen von einzelnen Dias und Negativen sowie auch für ganze Diafilme geeignet. Das Rollei-Gerät läuft unter Windows ab Windows 2000/XP und unter Mac OS ab dem Betriebssystem Mac OS 10.4. Damit haben auch Besitzer älterer PC oder Laptops die Möglichkeit, mit diesem kleinen, handlichen Scanner zu arbeiten.

Lieferumfang

K1600_P1030980Der Scanner wird in einen wirklich kleinen Karton geliefert, der alles Wichtige enthält. Die Stromversorgung wird über ein USB-Kabel gewährleistet. Schon die Verbindung mit dem Notebook reicht um dem Gerät genügend Energie zuzuführen, alternativ kann das Gerät mit dem mitgelieferten Netzstecker mit der Steckdose verbunden werden. Eine externe Stromversorgung entfällt also. Des Weiteren werden 3 verschiedene Schienen mitgeliefert, 2 für Dias(Magazin und Schiene) und eine für Negativfilme. Ebenfalls praktisch ist ein mitgeliefertes HDMI-Kabel(Daher der Zusatz HD?), sodass man sich die Bilder direkt am PC anschauen kann. Auch vorhanden ist eine Reinigungsbürste für die Lichteinheit.

Was leider fehlt ist eine optionale SD-Karte, die heute nicht mehr viel Kosten. Denn der DF-S 290 HD hat nur einen internen Speicher von ca. 22 MB und die Bilder lassen sich nicht direkt auf dem PC abspeichern. Ist der interne Speicher voll, so lassen sich keine weiteren Bilder abspeichern.

Die Anleitung bietet auf 5 Seiten die wichtigsten Quick-Informationen für den schnellen Einsatz des Gerätes. Die digitale Version ist mit 24 Seiten schon ausführlicher. Vielleicht hätten die Hersteller sich die Anleitung nochmal durchlesen sollen, da sich ein paar Fehler eingeschlichen haben. So wird in der Abbildung des Gerätes zum Beispiel der USB-Anschluss mit dem AV-Anschluss verwechselt. Auf der CD befindet sich ebenfalls eine 60-Tägige Testversion des eher unbekannten Programme Zoner PhotoStudio 12. Das Programm bietet klassische Verwaltungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten. Alternativ kann man natürlich auch altbekannte Programme wie PhotoShop benutzen.

Installation und Anwendung

Frontansicht PDF-S 290 HDKaum ein Gerät ist so schnell betriebsbereit. Zudem wird noch nicht einmal ein Computer benötigt. Nachdem der Scanner mit dem Stromkabel verbunden ist kann das Scannen beginnen. Dazu muss das Gerät manuell eingeschaltet werden. In Einstellungsmenü ist nun eines der drei Objektarten auszuwählen. Diese wird nicht direkt erkannt und muss bei Änderung des Objekttyps manuell geändert werden. Danach einfach die Dias in die Schienen oder das Magazin legen und in den Schacht einführen. Die Schienen rasten im Schacht ein. Das Bild erscheint dann auf dem Bildschirm des Scanners und kann gleich betrachtet werden. Das Bild kann im Vorschau-Modus um 90 Grad gedreht werden, warum aber erst nach dem Speichern das Bild gekippt oder gespiegelt werden kann, bleibt fraglich.

Ist man mit dem Bild zufrieden, so muss die Speicherung angewählt werden. Das Speichern je Dia dauert ca. 2-3 Sekunden. Danach sind weitere Bearbeitungseinstellungen über das Menü auf dem Gerät anwählbar. Die Dateien werden im „DCIM“-Ordner gespeichert. Leider muss jede DIA einzeln gespeichert werden, was immer 2 Klicks erfordert. Ein automatischer Speichermodus würde den Zeitaufwand reduzieren.

Hinweis: In unserem Test haben wir eine SD-Karte aus einer Kamera verwendet, die bereits Fotos im DCIM-Ordner hatte. Dadurch wurden, warum auch immer, KEINE Fotos auf der SD-Karte von dem Rollei-Scanner gespeichert. Benennen Sie den vorhandenen DCIM-Ordner einfach in einen anderen um, zum Beispiel DCIM1.

RückseiteÜber das Hauptmenü kann eine USB-Verbindung zwischen Computer und Gerät hergestellt werden. Die Bilder können dann vom internen Speicher beziehungsweise von der SD-Karte an den Computer übertragen werden. Alternativ kann auch die SD-Karte entnommen und direkt in den Slot für Speicherkarten für Computer geschoben werden. Leider kommt man von USB-Modus nicht zurück in das Hauptmenü – da hilft nur ein Neustart wie folgendes Video zeigt.

Ein weiterer Modus lässt abgespeicherte Fotos auf dem Gerät betrachten. Im Einstellungsmenü, hier Setupmenü genannt, können sie weitere Einstellungen zu Interpolation (nicht empfehlenswert), TV-Ausgang oder Formatierung vornehmen.

Insgesamt ist die Menüführung etwas hakelig. Ist man in Aufnahmemenü, so kommt man  in das Hauptmenü nur zurück, wenn man einen Schritt weiter klickt und sich im Bearbeitungsmenü befindet. Wie bereits erwähnt, sind Funktionen wie Spiegeln und Kippen, Farb- und Helligkeitseinstellungen vor der Speicherung möglich, das Drehen um 90Grad jedoch erst nach der Speicherung. Zudem sind die kleinen auswählbaren Symbole in ihrer Funktion nicht immer gleich verständlich: Aus dem Stehgreif weiß wahrscheinlich kaum jemand, wofür das Zeichen für die Interpolation steht oder was dies bewirkt. Hier wurden wahrscheinlich aufgrund geringen Platzes auf eine Textbeschreibung verzichtet.

Auf der einen Seite ist die Menüführung  etwas umständlich, auf der anderen Seite lässt sich ohne Computer alles auf einer Speicherkarte speichern und sogar bearbeiten. Wahrscheinlich ist man jedoch schneller, wenn man die Bilder nachträglich auf dem PC bearbeitet.

Die Bildqualität des kleinen Bildschirmes ist auch eher nüchtern und wirkt etwas veraltet, ebenso die Darstellung der Buttons. Zudem fällt auf, dass beim Betätigen der Knöpfe leichte Bildstörungen auftreten. Apropos: Ein Touchscreen ist natürlich nicht vorhanden. Die Mechanischen Knöpfe für die Menüführung sind zudem recht laut und wirken eher einfach verarbeitet. Bei wenigen Dias sicherlich kein Problem. Bei vielen Dias wird das ständige Klicken, was ja für jeden Dia einzeln durchgeführt werden muss, etwas lästig. Da dies insgesamt jedoch nicht den Scanvorgang beeinträchtigt oder stört, kann man mit diesen Schwächen leben.

In einem kurzen Video wird die Menüführung dargestellt.

Verwendung der Schienen

Wie die Schienen mit Dias und Negativen besetzt werden, habe ich in einem kurzen Video dargestellt.

Die Befüllung ist recht einfach. In den DIA-Schlitten passen 4 Dias, in den Negativ-Schlitten ein Negativband von 6 Bildern. Durch eine gute enge Führung liegen die Negative gut und eben im Schlitten. Der dritte Schlitten mit einem Magazin umfasst bis zu 8 Dias. Dieser Schlitten wird in den Fotoscanner gesteckt und jedes DIA manuell durch den Schlitten geklickt. Leider sind beim Test gelegentlich Durchlaufprobleme aufgetreten, da sich die DIAs verhakt hatten.

Scanqualität

Für einen besseren Eindruck habe ich einige Fotos hochgeladen. Hier sieht man die ordentliche Arbeit des Scanners. Fehlen tut eine automatische Staub- und Kratzerentfernung, wie man es von anderen teureren Geräten kennt. Auch wenn die maximale Auflösung beschränkt ist, ist die vorhandene Bildqualität gut. Zudem ist die schnelle Scangeschwindigkeit pro Dias hervorzuheben. Ein Unterschied in der Qualität ist zwischen Negativfilmen und Dias nicht festzustellen.

Der Einsatz von Interpolation zeigt keine sichtlichen Verbesserungen. Der einzige Unterschied liegt in der Bildgröße, die Bildqualität nicht jedoch nicht sichtbar zu. Die Einstellung kann man getrost missachten.

Die mitgelieferte Bildbearbeitungssoftware

Mit der mitgelieferten Software Zoner Photo Studio 12 lassen sich die Bilder optimieren. So kann man eine automatische Überarbeitung anstoßen, den Kontrast anpassen oder ein Teil des Bildes ausschneiden. Zudem lassen sich die Bilder mit dem Programm einfach sortieren. Andere auch kostenlose Programme wie Paint.net verfügen aber über vergleichbare Funktionen, wobei Zoner gut für Anfänger geeignet ist.

Das Programm ist leider nur 60 Tage kostenlos einsetzbar. Die neuste Version Zoner Photo Studio 17 kostet 79€.

Im Video werden einige Funktionen gezeigt, die auf eingescannte Dias angewendet werden.

Fazit

Für 130€ erhält man einen Fotoscanner, welcher Dias zwar nicht automatisch einzieht aber doch recht schnell über eine Schiene oder Magazin einscannt. Die Scanqualität ist meines Erachtens für den Heimgebrauch völlig ausreichend. Den günstigen Preis mag man der Verarbeitung, der Menüführung und der Bildschirmqualität anmerken. Seine eigentliche Funktion günstig Dias und Negative zu scannen erledigt der DF-S 290 HD jedoch routiniert.